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Stadtteil Wintzingerode - Staatlich anerkannter Erholungsort
In einer Urkunde von 1209, in welcher der
Erzbischof Siegfried II. von Mainz die Stiftung des Klosters Reifenstein
durch den Grafen Ernst von Tonna bestätigt, wird der Ort Wintzingerode
erwähnt.
In dieser Zeit haben wohl die Stammväter des späteren Grafengeschlechtes
„von Wintzingerode“ hier ihren Wohnsitz gehabt. In der Urkunde wird eine
Edelfreier Bertold de Wincingeroth als Zeuge genannt. In der fränkischen Siedlungsperiode angelegt,
nutzten die Gründer sowohl die günstige Lage zu den wichtigen Wasserläufen
und Quellen als auch die günstige Lage im Schutz der Ausläufer des
Ohmgebirges und der oberhalb des Dorfes befindlichen Burg.

Der Kern des Dorfes entstand um den Anger, in dessen Nähe sich 1387 ein
befestigter Kirchhof befand; die erste schriftliche Erwähnung einer Kirche
stammt von 1389. Bewegte Zeiten erlebte Wintzingerode (Wenzingerod,
Wissingerod) im 16. Jahrhundert. Die Bevölkerung nahm wie ihre Herrschaft
den evangelischen Glauben an.
Entsprechend der Festlegungen im Augsburger Religionsfrieden von 1555 blieb
diese Änderung der Religionszugehörigkeit auch nach der Gegenreformation
auf dem Eichsfeld erhalten.
Um 1530 wurde Wintzingerode als eine wüste Dorfstätte bezeichnet. Erst nach
dieser Zeit erfolgte die Wiederbesiedelung des Dorfes. Begünstigt wurde der
Wiederaufbau durch einen Vergleich der Bauern aus fünf Dörfern mit Junker
Hans von Wintzingerode im Jahre 1580.
Während der Herrschaftszeit des Heinrich von Wintzingerode wurde 1633 eine
Freischule für die Kinder der Lehnspflichtigen eingerichtet.
Neben der Kirche und der Gruft derer von Wintzingerode finden sich einige
denkmalgeschützte Bauten im Ort.

Wichtige Persönlichkeiten:
Barthold VI. von Wintzingerode (gest. 1326), Protonotar und Generalvikar
des Erzbistums Mainz;
Barthold XI. von Wintzingerode (1505-1575);
Georg Ernst Levin Reichsgraf von Wintzingerode-Bodenstein (1778-1857) |