| Nr. |
Wallfahrtsort |
liturgisches Element |
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1 |
Hülfensberg -
Wallfahrtskirche |
Hülfenskreuz, Dr.
Konrad-Martin-Kreuz |
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2 |
Klüschen Hagis -
Barockkirche |
Vesperbild (die trauernde
Muttergottes) |
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3 |
Heilbad Heiligenstadt |
6 Stationen der Leidensprozession |
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4 |
Germershausen -
Neuromanische Klosterkirche |
Gnadenbild: Maria mit dem Kind |
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5 |
Worbis -
"St.-Antonius-Kirche" |
Hl. Antonius |
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6 |
Etzelsbach - neugotische
Wallfahrtskapelle |
Pieta |
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7 |
Breitenholz -
Wallfahrtskirche "Mariä Heimsuchung" |
Gnadenbild: Maria mit dem Kind |
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8 |
Dingelstädt -
"Marienkirche" |
Pieta |
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9 |
Werdigshäuser Kirche - "St.-Cyriakus-Kirche" |
Hl. Cyriakus |
| 10 |
Wingerode -
"St.-Ignatius-Kapelle" |
Hl. Ignatius |
| 11 |
bei Burgwalde - "Brink-Kapelle" |
H. Bonifatius |
| 12 |
Wollbrandshausen -
"Vierzehnheiligenkapelle" |
Holzskulpturen der Vierzehn
Nothelfer |
| 13 |
Beberstedt -
"St.-Martins-Kirche" |
Rosenkranzaltar |
Der Anfang der Christianisierung begann im 8. Jahrhundert durch die
Franken.
Bevor das Eichsfeld 1802/03 in den Besitz von Preußen kam, gehörte es etwa fünf
Jahrhunderte zum kurfürstlichen Bistum Mainz. Daraus
resultiert, dass die Region bis auf einige Ausnahmen katholisch blieb. Das
war nicht immer so. Der
Impuls religiöser Veränderung, hervorgerufen durch Martin Luther,
breitete sich auch über unser Eichsfeld aus. In
den meisten Orten hatte die neue Lehre Eingang gefunden. Am 15.Mai 1574
brach Kurfürst und Erzbischof Daniel Brendel von Homburg in Mainz auf,
um im Eichsfeld die Gegenreformation zu beginnen. Er visierte Landteile
an,
besetzte den Oberamtsmann- und Kommissariusposten mit zuverlässigen
Männern und gründete das Jesuitenkolleg Heiligenstadt, das zum
Mittelpunkt der Gegenreform wurde. Gemäß der Deklaration des Augsburger
Religionsfriedens von 1555 (cujus regio – ejus religio/ wessen die
Herrschaft – dessen der Glaube), war die Rückführung zum katholischen
Glauben 1648 abgeschlossen. Die Herren der Burg Bodenstein blieben
protestantisch und damit auch die zum Gericht gehörenden Dörfer Wintzingerode, Kaltohmfeld, Kirchohmfeld, Tastungen und Wehnde.
Noch heute spiegelt die Stadt Leinefelde – Worbis mit den beiden
Stadteilen Leinefelde und Worbis, den Gemeinden Kirch- und Kaltohmfeld,
Wintzingerode, Breitenbach, Ferna, Beuren, Birkungen, Breitenholz, das
alte konfessionelle Bild wider. Die
Kultur des Eichsfeldes wird noch immer von christlichen Werten und
Überlieferungen geprägt. Denken
wir dabei an die vielen Kirchen, Klöster und Kapellen, aber auch an
Grabdenkmäler, Gedenksteine und Wegkreuze.
 
Im Leben gläubiger Eichsfelder spielen Wallfahrten schon immer eine
besondere Rolle, denkt man an die nach Etzelsbach, Dingelstädt,
Breitenholz, Leinefelde,
Worbis, Hagis, zum Kerbschen Berg, nach Germershausen und zum Höherberg
im Untereichsfeld. Im Mittelpunkt des Wallfahrtlebens steht für viele
Eichsfelder der Hülfensberg bei Geismar als Regionalheiligtum des
Eichfeldes.
Zu den bedeutendsten Wallfahrten in den letzten Jahrzehnten zählt die
Krankenwallfahrt des Bistums Erfurt zur Kirche „St. Bonifacius“ im Juni. Zu
den gern besuchten Marienwallfahrtsorten des Eichsfeldes zählt auch die
300jährige Kirche "Mariä Heimsuchung" in Breitenholz.
Die erste Nachricht über eine Wallfahrt im Eichsfeld stammt aus dem Jahr
1655, in welcher der Abt des Zisterzienserklosters Reifenstein, Joachim Nohr,
zu den Pilgern gehörte. Ob es
die Reifensteiner Mönche gewesen sind, die die Wallfahrt begründeten,
kann vermutet, aber bisher nicht bewiesen werden.
Wallfahrt zur Klosterkirche „St. Antonius“ im Stadtteil Worbis
1725 erhielt das damalige Kloster eine Antoniusreliquie, deren Verehrung
der Wallfahrtsbewegung einen großen Aufschwung brachte.
Antonius von Padua genießt bis in die heutige Zeit eine Verehrung, wie
sie außer für die Gottesmutter Maria kaum ein anderer Heiliger aufweisen
kann. Seine Patronate sind ebenso vielseitig wie volksnah. Unserem
Land ist es eigen, dass von den Bergen und Hügeln Kreuze als Sinnbild
der Erlösung in die Täler und Auen grüßen. An vielen Wegen stehen
Bildstöcke. Vielerorts hat
frommgläubiger Sinn den nahen Berghang hinauf Stadionsbilder Vom
Leiden des Herrn aufgestellt. An stillen Plätzen laden Kapellen oder
Grotten zum Beten ein.
Die Hardtkapelle in Worbis ist ein solches Beispiel. Sie ist Maria
Himmelfahrt geweiht. Am Sonntag vor bzw. nach diesem Festtag zieht die
Gemeinde in feierlicher Prozession mit dem Allerheilsten zur Hardt
hinauf, begleitet von Glockengeläut der Stadtkirche St. Nicolaus und dem
Glöckchen der Kapelle, die zum Waldgottesdienst ruft. Nach der
Kreuzwegandacht wird das Hochamt unter dem wie ein großes Kirchgewölbe
wirkendem Laubdach alter Linden an dem neben der Kapelle stehender Altar
zelebriert.
An den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt finden vielerorts
Bittprozessionen statt. Hier
treffen sich Gläubige aus Nachbargemeinden, um in gemeinsamen
Gottesdiensten und Gebeten um Erhörung ihrer vielfältigen anliegen zu
bitten.
Wie immer gehen die jüngsten Gemeindemitglieder, die Kinder, an der
spitze des Zuges. Es ist ein farbenprächtiges Bild, wenn die Prozession
über den Klien zieht. Beim Einzug ins Nachbardorf Breitenbach heißt es
noch einmal alle Kraft zusammennehmen, um aus voller Kehle mitzusingen.
Jeder ist stolz, dabei gewesen zu sein, wenn die Prozession unter
Glockengeläut und dem Lied „Großer Gott wir loben dich“ in Worbis ihr
Ziel erreicht. Tags drauf gehen Breitenbacher Wallfahrer den umgekehrten
Weg und feiern das Bittamt mit den Worbiser Gastgebern. |